Americas Cup: Wohin geht’s mit SUI und NZL ?23. Juni 2007 - Und wieder treffen die Schweizer und die Neuseeländer, wie beim vorigen Cup, aufeinander. Doch diesmal ist einiges anders: Die Neuseeländer haben im Cup 2003 erhebliche Materialschwierigkeiten gehabt, man denke nur an Wasser im Schiff und Mastbruch. Aber es gibt noch einen großen Unterschied: Wenn die Schweiz wieder gewinnt, bleibt der Cup in Europa, und wird damit interessanter für europäische Teams - und Sponsoren. Gewinnt Neuseeland, könnte der Cup durchaus auch wieder in Neuseeland ausgetragen werden - das ist für die Europäer nicht nur teurer, es liegt auch weit ab. Und da sich entgegen der Ankündigungen die Fernsehsender ARD und ZDF weitgehend aus den Übertragungen verabschiedet haben, wird auch das Medienecho und damit das Publikumsinteresse am Segeln nicht gerade groß sein bei einem Cup in NZL...

Ernesto Bertarelli bei der Präsentation von SUI 100. (Foto © Ivo Rovira / Alinghi)

Ernesto Bertarelli, Kopf, Hauptgeldgeber und Mitsegler der Alinghi SUI, hatte mit BMW Oracle den Cup modernisiert: Schon im Vorfeld des eigentlichen Americas Cup, der alle vier Jahre ausgetragen wird, gab es seitdem - vielbeachtete - Regatten. Vor allem liefen die in verschiedenen Ländern und brachten so Sponsoren und Publikum näher an den 154 Jahre alten Americas Cup. Zudem wurde der Austragungsort nach einer Ausschreibung - bei der unter anderem auch die Windverhältnisse wichtig waren - ausgewählt. Das dann zu Beginn ausgerechnet im windstabilen Valencia Flaute herrschte - Pech. Was die Ballspiel-Journalisten (Sportjournalisten) in Deutschland zum Anlass nahmen, gleich ganz der Berichterstattung Lebewohl zu sagen.  (Da musste man als Fußballfan dann nicht zugeben, dass man vom Segeln keine Ahnung hat ....)

Neuseeland dagegen tendiert eher zur alten Regel, dass der Cup im Land des Gewinners ausgetragen wird – also am besten in Neuseeland … Das wäre ein Rückschlag. Zudem sind die „Kiwis“ wohl nicht gewillt, ein Management aufzustellen, wie es der erfolgreiche Unternehmer Bertarelli mit dem AC Management geschaffen hat und das schon allein für mehr Werbung, mehr PR in den Medien weltweit sorgte.  





Alinghi SUI geht mit seinem neuen Boot SUI 100 an den Start, das etwas bauchiger als die Vorgänger ist und angeblich ziemlich schnell sein soll. Allerdings ist es noch nie gegen andere Teams gesegelt. Andererseits hat Bertarelli schon 2003 auf schlankes, horizontales Management gesetzt – keine starren Hierarchien, jeder ist teil des Teams, das schafft ein hohes Maß an Motivation – und auf einem Boot mit 17 Mann, wo alles zusammen spielen muss, entscheidet Teamwork, Teamgeist.  

Die Neuseeländer haben in den Vorregatten bei Duellen mit Alinghi SUI gezeigt, dass sie vor allem bei leichten Windgeschwindigkeiten bis 13 Knoten laut Statistik schneller waren als Alinghi, während die Schweizer eher bei Wind über 13 bis rund 18 Knoten die schnelleren waren.


(Text: Jo Achim Geschke)

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