DaimlerChrysler North Atlantic Challenge: Dank für Rettung
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Die Familie Flügge von der untergegangenen Yacht Monsun mit Vertretern der DGzRS (Foto © Michael Meyer / DCNAC) |
Im Race Village auf der Kehrwiederspitze bedankte sich Flügge vor mehreren hundert Zuschauern bei der DGzRS mit einem Spendenscheck von bereits mehr als 500 Euro, der „durch das Publikum gerne noch erhöht werden kann“.
Der wurde auf Seiten der DGzRS von Kapitän Ralf Krogmann,
Zweigstellleiter in Hamburg und Kapitän Heiko Wobker, Leiter der
Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-Ordination Centre)
dankend entgegengenommen. „Wir finanzieren uns ausschließlich aus
Spenden“, erinnerte Krogmann, nachdem Talkmaster Christoph Schumann dem
Publikum nochmals den Ablauf der Funkwege erklären ließ. Die Rettung der
sechsköpfigen „Monsun“-Crew war vom ersten Notruf bis zur Aufnahme durch
die Mannschaft des Hamburger Frachters „Independent Action“ reibungslos
verlaufen, „obwohl sicher nicht nur bei uns in der Regattaleitung bange
Stunden vergingen“, so Gunter Persiehl als Vorsitzender vom Veranstalter
Norddeutscher Regatta Verein (NRV).
Nicht in Seenot geraten, aber doch aufgegeben hatte die „HSH Nordbank“
das Rennen. Ein gebrochener Beschlag des Spinnakerbaum hatte in der
Folge den Mast beschädigt und Skipper Walter Meier-Kothe schon nach
weniger als zwei Tagen keine andere Wahl gelassen, als umzukehren. Am
Mittwoch nun kam der Maxiracer nun in Hamburg an; zunächst huckepack auf
dem russischen Frachter „Socol II“, der bereits 16 Yachten aus Hamburg
zum Regattastart nach Newport in Rhode Island/USA gebracht hatte. Auf
der Reede Neuwerk wurde die ehemalige „Morning Glory“ von Hasso Plattner
dann wieder auf den eigenen Kiel gesetzt und lief unter der üblichen
Begrüßung eines Feuerlöschboots in den Brandenburger Hafen vor dem
Eventgelände ein. „Wir tun dann einfach so, als wenn nichts war“, hatte
Meier-Kothe gescherzt. Die Gäste und Vertreter der „HSH Nordbank“
konnten es verschmerzen, bereiteten sie Boot und Crew dennoch einen
anständigen Empfang.
Der Mond ist aufgegangen ...
Unschlagbar komisch geht längst die Crew der Oldenburger „Leon de Mar“
mit der Tatsache um, dass sie die Preisverleihung und Abschlussparty der
DCNAC am Freitag, dem 11. Juli, wohl nicht mehr erreichen wird. Von Bord
heißt es: Hallo Ihr Lieben, es ist schon erstaunlich, wer alles den
Nordatlantik bereist hat. Hier die Spuren eines gewissen Matthias
Claudius:
Der Mond ist aufgegangen,
der Himmel ist verhangen,
es regt sich keine Luft.
Die See liegt schwarz und schweiget
und aus den Wogen steiget
der milde Meeres-Jod-Salz-Duft.
So steiget ihr Matrosen
zum Schlafen aus den Hosen
und betet um den Wind.
Die Flaute ist ’ne Strafe
sie lässt uns gar nicht schlafen
Flappende Segel schrecklich sind.
Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und können gar nicht viel
Wir spinnen Luftgespinste
und nennen’s Segelkünste
und kommen weiter von dem Ziel.
Die Ovni 43 Leon de Mar (Foto © Dan Nerny /DCNAC)
Aber hier irrt der Dichter, wir haben wieder Wind und fliegen mit 8
Knoten gen Fair Isle, Freitag 13.30 Uhr ist dann der Wein fällig.
Endlich auch mal etwas Nebel und reichlich Fischerboote, so dass die
Radarwache unser Leben gerettet hat, als Skipper und Großteil der Crew
noch seelig schlummerte. Die Ornithologen unter uns sind begeistert von
Bass-Tölpeln und Papageientauchern.
Wenn alles optimal läuft, werden wir Sonnabend Nacht in Cuxhaven
einlaufen, aaaaber der Deutsche Wetterdienst hat für unsere Ankunft
wieder eine Flaute bestellt, die ab Samstag Nacht die gesamte Nordsee
erfassen soll.. Wenn das nicht Sabotage ist!! Flauten haben ja eine gute
und eine schlechte Eigenschaft. Abgesehen davon, dass man nicht
vorankommt, zuerst die schlechte: Das Flappen der Segel reißt gern mal
einen Riss ins Unterliek des Großsegels. Die gute: Bei Windstille lässt
es sich an Deck prima nähen und kleben, ohne dass einem das Tuch um die
Ohren schlägt.
Alles Liebe vom harten Nordatlantik, Skipper Jürgen "Barawitzka" und
Crew Matthias, Joachim, Barbara, Steffen, Christian.
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DaimlerChrysler North Atlantik Challenge
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