Der DYC17. September 2001 - Unter dem Stander des Düsseldorfer Yachtclubs segelt die Illbruck-Pinta beim Volvo Ocean Race, und auch die erste deutsche Herausforderung zum America's Cup seit 149 Jahren wurde vom DYC gemeldet. Dennoch: der Club am Rhein will kein Nobelclub sein.


Der Düsseldorfer Yachtclub

 

Zwei sportliche Highlights kann sich der Düsseldorfer Yacht Club DYC jetzt auf den Stander schreiben: Zum ersten Mal wird eine Regattayacht unter dem Stander des DYC die Welt umrunden, beim härtstesten Rennen der Welt, dem "Volvo-Ocean-Race" - fast 60 000 Kilometer rund um den Globus. Bei einem Empfang im Club am Rheinufer ließ der Chairman des Unternehmens, Michael "Mike" Illbruck, bereits eine Sensation anklingen: Beim "Americas Cup" wird zum ersten Mal seit 150 Jahren ein deutsches Team an den Start gehen. Einzelheiten über die Teilnahme an der millionenschweren Formel eins der Regattasegler verriet Illbruck aber erst später in Norddeutschland.

Die 12-köpfige "Illbruck-Pinta"-Crew trainierte da bereits mit zwei 19,50 Meter langen Rennyachten vor der spanischen

Küste. Michael Illbruck und der General Manager des Teams, Thomas Michaelsen, stellten in Düsseldorf vor rund 400 Gästen diese Vorbereitungen zum heißumkämpften

Rennen um die Welt vor, das bisher als "Whitbread-Regatta" berühmt und berüchtigt war.

 

Die "Pintas" des Unternehmens

Illbruck gehören schon seit den 70er Jahren zu den erfolgreichsten Hochseeseglern Deutschlands, sie gewannen zweimal den "Admirals Cup" und 1997 das berühmt-berüchtigte "Fastnet Race" vor der englischen Küste. Jetzt startet das Team mit einer Hightech-Yacht unter dem international renommierten amerikanischen Skipper John Kostecki (36) auf der Weltregatta.

 

Außerdem segelt das erste Deutsche Team seit 149 Jahren bei der wohl bekanntesten und teuersten Regatta der Welt, dem "Americas Cup" vor Neuseeland gegen die Herausforderer aus Italien, Amerika oder der Schweiz. Das "Illbruck"-Team segelt auch da unter der Flagge des Düsseldorfer Yachtclubs. Vorsitzender Peter Strosek hat das Meldegeld, satte 150 000 Dollar, an den Ausrichter in Neuseeland überwiesen.

Es war eine Sensation, als Michael Illbruck und Peter Strosek die erste deutsche Teilnahme beim Rennen um die "Kanne", wie die 149 Jahre alte Siegerprämie tituliert wird, bekannt gaben. Herausforderer "Illbruck" ist seit Ende Dezember zur Formel 1 der internationalen Regatten zugelassen. Damit kämpfen der DYC und die Illbruck-Yacht, die gerade im Kunststoff-Werk des Fabrikanten entworfen wird, gegen so weltbekannte Skipper wie Roussel Couts. Und das bei einer Regattaserie, die alle vier Jahre zwei- bis dreistellige Millionensummen verschlingt, seit die "America" 1851 im Solent die

englischen Yachten besiegte. Die Summen, die bei der mehrjährigen Vorbereitung, dem Bau eines Cup-Bootes und für die Tests ausgegeben werden, kommen durch Sponsoren und Werbung wieder herein. Das gilt auch für das Meldegeld vom Club an der Rotterdamer Strasse.

Dennoch: Der Yachtclub ist kein Nobel-Club, betont Vorsitzender Strosek angesichts dieser Beträge: "Segeln ist beim DYC ein Breitensport. Auch, wenn diese Sportart nur

selten in den Medien erwähnt wird." Strosek weiter: "Der Yachtclub hat das Glück, dass Willi Illbruck Senior seit 1969, also seit mehr als 30 Jahren, mit Pinta-Booten an internationalen Regatten teilnahm." Und zu den siegreichen Teams bei den Fastnet-Rennen

des "Admirals Cup" vor England gehörte. Sohn Michael führt diese Tradition weiter - unter dem Stander des DYC. "Die Kinder von Michael Illbruck segeln bereits wieder erfolgreich in der Opti-Klasse", freut sich Strosek.

 

"Wir wollen auch nicht das Bild vom Millionärssport vermitteln", meint Strosek. Der Yachtclub-Beitrag kostet für Kinder 70 Mark, 115 Mark für Schüler und bis 175 Mark für Jugendliche pro Jahr. Erwachsene

Mitglieder zahlen allerdings 700 Mark.

 

Aus dem DYC kommt der Jüngstenmeister im Optimisten-Segeln, Morton Bugacki, der jetzt zu den Talenten der 420er gehört. Auch die jungen Segler vom Unterbacher See bei Düsseldorf, einem Naherholungsgebiet, trainieren beim DYC. "Jeder Jugendliche, der segeln will, kann zu uns kommen. Wir haben Kinder aus allen Schichten. Die Optimisten-Gruppe des DYC gilt als die erfolgreichste in Deutschland", erklärt der 55-jährige Unternehmensberater. Mutter des Erfolges ist Bärbel Doyle, die seit vielen Jahren die Jüngsten betreut. Gesegelt wird auch auf den umliegenden Seen und Talsperren. Seit einigen Jahren zählt der Verein jedes Jahr zwischen zehn und 15 neue Mitglieder, jetzt sind es gut 500.

 

"Aber nicht jeder aus dem DYC, darunter auch viele Motorbootfahrer, kennt den Americas Cup", sagt Vorsitzender Strosek lächelnd. Das wird sich spätestens 2003, bei den ersten Regatten um die "Kanne" im Hauraki-Golf

vor Neuseeland, ändern.

 

(JAG)

 

 

 



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