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Eva Luise Köhler and Ralph Dommermuth bei der Taufe der Germany I.( Photo © Richard Walch/United Internet Team Germany)
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Bei Blitzlichtgewitter und donnerndem Applaus zerschlug die Gattin des Bundespräsidenten die obligatorische Flasche Champagner am Bug des weiß lackierten Karbonrumpfs der Hightech-Segelyacht. „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“, gab sie mit auf den Weg.
„Der Name Germany I symbolisiert, dass Hightech aus Deutschland absolute Spitze sein kann. Dafür steht United Internet, und dafür steht auch dieses neue Boot“, sagte Ralph Dommermuth, Vorstand der United Internet AG aus Montabaur, dem Hauptsponsor der ersten deutschen America’s Cup-Kampagne. Anschließend feierten rund 250 geladene Gäste im Kieler Yacht-Club bis tief in die Nacht den Meilenstein im deutschen Segelsport.
Dommermuth hatte die brandneue Yacht, die in der Werft Knierim-Yachtbau in Kiel gebaut wurde, erst kurz vor der Taufe feierlich enthüllt. Rumpf und Deck des Cuppers erstrahlen in reinem Weiß. Das Branding hat sich im Vergleich zur GER-72 geändert, ist klarer und geradliniger geworden. Das blaue 1&1-Logo dominiert ab sofort und wird zudem im Großsegel sowie auf dem Rücken der Crewkleidung allein stehen.
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Ein großes Publikum bestaunte die Taufe der Germany I. (Photo © Richard Walch/United Internet Team Germany) |
„1&1 ist unsere Premiummarke und der Hauptsponsor des Teams“, erklärt Dommermuth. GMX und WEB.DE sind auf dem Rumpf präsent, während die weiteren Marken der United Internet AG auf dem Großbaum prangen.
Schritt für Schritt rückt nun auch der Stapellauf der Germany I näher. Zunächst wird es in Kiel einige statische Strukturtests geben, um die Steifigkeit festzustellen. Wenn alles hält, kommt es voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni auf der Kieler Außenförde zu den ersten Probeschlägen unter Segeln. Passt und hält alles, verlässt die Germany I die Knierim-Werft auf dem Landweg Richtung Valencia, wo die Optimierung im Hochsommer beginnt.
Hinter dem United Internet Team Germany liegen dann weit mehr als 25.000 Bootsbaustunden und wahrscheinlich ebenso viele im 17-köpfigen Designteam unter der Leitung von Axel Mohnhaupt (Berlin), das für die Konstruktion verantwortlich zeichnet. Umfangreiche numerische Strömungssimulationen (CFD), Geschwindigkeitshochrechnungen (VPP) und Strukturberechnungen in den Designcomputern gingen mit dem Bau einher. Denn eine AC-Yacht ist Hightech pur. Sie muss besonders leicht sein, aber enormen Lasten standhalten, die bei rund 320 Quadratmeter Segelfläche am Wind und unter einem 510 Quadratmeter großen Spinnaker entstehen. Durch modernste Bauweisen sind Rumpf, Mast, Beschläge und Ausrüstung am Ende nur gut vier Tonnen schwer – knapp 20 Tonnen des zulässigen Höchstgewichts von 24 Tonnen hängen dagegen als Ballast in der 4,10 Meter tief gehenden Kielbombe.
„Ich bin sicher, dass wir dem Segelteam ein zuverlässiges Boot abliefern, das bedeutend schneller sein wird als die alte Trainingsyacht GER-72“, sagt der technische Direktor Eberhard Magg aus Friedrichshafen. Bei den Qualifikationsregatten (Acts) im Mai und Juni dieses Jahres kommt das neue Boot aber noch nicht zum Einsatz. Das Feintuning beginnt erst danach in Vergleichstests mit der GER-72. Dazu wurde das Segelteam mit dem Navigator Philippe Mourniac und dem Grinder Stefan Großmann in diesem Jahr nochmals aufgestockt und zählt jetzt 25 Aktive, darunter 13 Deutsche. Ein weiterer Segeltrimmer soll noch folgen. Bank: „Dann können wir mit 13 statt 17 Mann pro Boot gegeneinander antreten.“ Das reiche zwar nicht zu Manöverduellen wie bei klassischen Zwei-Boot-Kampagnen, aber schon zu aufschlussreichen Geschwindigkeitsvergleichen.
Die GER-72 wurde inzwischen in Valencia weiter optimiert. „Es hat sich wirklich gelohnt, durchgängig vor Ort zu trainieren“, so Jesper Bank. Das United Internet Team Germany hatte als einziges Team in Valencia ohne Pause überwintert. Gute Ergebnisse in den ersten Trainingsrennen nach der Rückkehr der übrigen Teams belegten die Aussage des Skippers – sind für ihn aber kein Grund, sich auszuruhen: „Die übrigen Teams trainieren nun auch wieder und verbessern sich.“ Das United Internet Team Germany trainiert also weiter hart. Nach den einsamen Trainingswochen zuvor nutzte es zuletzt zahlreiche Sparrings, um „Wettkampfpraxis“ zu sammeln.
Das gemeinsame Training wird jedoch vor den Qualifikationsregatten zum Louis Vuitton Cup der Herausforderer beendet, die am 11. Mai in Valencia mit Act 10 (Matchraces bis 16. Mai) fortgesetzt werden.
Es folgen dann die Fleetraces von Act 11 (19. bis 21. Mai) und ein weiterer Matchrace-Act vom 23. Juni bis 2. Juli (Nummer 12). Die letzten Vorbereitungen trifft jedes Team für sich. Und dann wird es mit den neuen Booten auch kein Sparring mehr geben. Das verbietet das AC-Reglement als unerlaubten Technologietransfer.
Von Platz zehn, auf dem das United Internet Team Germany nach den Acts des vergangenen Jahres steht, will Jesper Bank weiter nach oben: „Platz neun ist Pflicht, Platz acht wäre super. Spätestens nach dem letzten Act 13 in 2007 ist unser Ziel ein Platz unter den ersten Sieben“, setzt der Skipper die eigene sportliche Messlatte. Das ist der Gesamtrang, ab dem nach einer komplizierten Bonus-Punkte-Wertung bereits vor dem Louis Vuitton Cup zwei Zähler aufs Konto gehen.
Nach den Acts 4 bis 9 ist das United Internet Team Germany gemeinsam mit dem Team Shosholoza (Südafrika) Neunter mit 21 Punkten hinter dem Mascalzone Latino Capitalia Team (31/Italien). AREVA-Challenge aus Frankreich auf dem angestrebten siebten Rang hat 32 Punkte. Es führt BMW Oracle Racing (63/USA) vor Emirates Team New Zealand (61/Neuseeland).
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Weitere Informationen:
www.United-Internet-Team-Germany.de



