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Peter Borjans-Heuser: Wasser im Schiff |
Dabei scheint es zunächst, als ob das Buch von Segler-Katastrophen handele: Immer wieder kämpfen die Borjans-Heusers gegen Wasser, das von außen in das Deckshaus eindringt, den Weg durch das Teakdeck findet, als Schwitzwasser auftaucht oder auch als süßes Wasser im Boot, das auf dem salzigen Meer schwimmt – Folge eines lecken Wassertanks. Der schreibende Skipper hat ganze zwei Seiten mit all den Begriffen aufgelistet, mit denen Wasser in unserer Sprache auftaucht. In fast allen diesen Zuständen kennt er es. Und glaubt im Laufe der Reise so langsam an eine Verschwörung Neptuns und der Tritonen.
So ist das Buch denn auch gewidmet "allen Wasserdichten, allen Knochentrockenen, allen Feuchtfröhlichen, allen Nassforschen, und allen unerschrockenen Seefahrern."
Unerschrocken waren sie, das Ehepaar Borjans-Heuser aus Duisburg, der Stadt mit dem größten Binnenhafen: Nach der aufkeimenden Liebe zum Segeln machen sie die nötigen Scheine. Und kaufen ein Boot, einen etwas betagten aber schönen Motorsegler (eine Nauticat). Der hat zunächst nur einen kleinen Fehler – er liegt an der Adria, in Lignano. Und da man die so getaufte "Isafa" nicht auf dem Landweg nach Duisburg verfrachten will – segeln Skipper, Skipperin und Sohn sie rund Italien nach Frankreich und von dort über die Kanäle nach Deutschland. Allein das ist schon lesenwert. Aber dabei bleibt's ja nicht: Zehn Jahre lang sind sie zur See gefahren mit der "Isafa".
Und neben all den Beschreibungen von den Häfen oder den Anfänger-Fehlern der Fahrtensegler begeistert immer wieder die humorige und witzige, sprachgewandte und gut formulierte Beschreibung, wie Wasser immer wieder den Weg in den alten Motorsegler findet. Auch bei der zweiten Reise, die .... außen rum um Europa ins Mittelmeer führt.
Wir sind ja schon so gespannt auf die angekündigte Fortsetzung von den Reisen im Mittelmeer.
(Text: Jo Achim Geschke - Seglermagazin.de)
Peter Borjans-Heuser, Baujahr 1948, gehört zu den Spätberufenen. Erst 1992 ereilt ihn in der Hafenstadt Duisburg der Ruf des weiten Meeres wie eine infektiöse Krankheit. Bis dahin hat er dort als Deutschlehrer und später als Gesamtschulleiter und auch als Rezitator in einer Rockband mehr oder weniger kümmerlich sein Dasein gefristet. Jetzt aber stürzt er sich kopfüber ins Abenteuer, hat bald ein eigenes Schiff, eine Fahrerlaubnis - aber kaum nautische Erfahrung. Trotzdem geht er auf große Fahrt, die in der Adria beginnt.
Seine Frau Brigitta, die auch infiziert ist, macht zwar alles mit, stürzt sich aber nicht kopfüber ins Abenteuer, sondern lässt sich mit deutlich klarerem Kopf darauf ein.
Zehn Jahre sind die beiden mit ihrer Isafa in Europas Gewässern unterwegs. Die Lehrgeldzahlungen nehmen kein Ende. Das Schiff ist und bleibt trotz ihres aufreibenden Dauereinsatzes gegen das nasse Element löchrig wie ein Schweizer Käse. Der Kampf geht in immer neue Runden und Niederschlag folgt auf Niederschlag. Wie die beiden angefeuchteten Landratten das als lustvolle Steigerung ihrer Lebensqualität erleben können, bleibt ihr Geheimnis.
Jutta Ohligschläger, Jahrgang 1957, hatte schon früh eine besondere Beziehung zum Wasser und zu Booten. Ihr erstes, vom Vater aus Baumrinde geschnitztes Boot, überstand schwere Stürme in der Badewanne. Klassisch steigerte sie sich, frei nach dem Motto: "ein Boot ist immer einen Meter zu kurz" über ein kleines Badeboot zu einem Schlauchboot, einem selbstgebauten Surfbrett bis zu einem kleinen Segelboot mit zwei Kielen - sicher ist sicher!
Ein weiteres Boot folgte, diesmal mit Langkiel - da weiß man was man hat. Zahlreiche schaurig-schöne Segelerlebnisse auf Nord- und Ostsee füllten ihren "Sehsack", wie sie sagt, sodass sie reichlich Stoff für Cartoons bekam - die ersten Zeichnungen entstanden. Und bald erschien ihr erstes Buch, prall gefüllt mit Segelcartoons. Irgendwann war dann das Boot wieder den berühmten Meter zu kurz und nun folgte ein Boot mit Hubkiel, - beruhigend zu wissen, das man den einziehen kann!
Die zeichnerischen Abenteuer führten zu weiteren Illustrationen und einem Kalender im Eigenverlag. Jutta Ohligschläger, die ihre Zeichnungen mit "Johli" signiert, nimmt nicht alles ernst, aber dafür vieles wörtlich und lässt ihre Figuren mit den auffälligen Nasen und dem charakteristischen Zahn auf dem Papier agieren.
Peter Borjans-Heuser: Wasser im Schiff
Eine Europareise mit Niederschlägen
1. Auflage Aug. 2005 Verlag Quick Maritim Medien, Rechlin, (Müritz)
Taschenbuchformat 132 Seiten, 25 Cartoons
ISBN: 3-9808910-6-2
Preis 9,80 Euro


