Illbruck doch noch beim America's Cup

11. Juni 2002 - Das Rennen ist vorbei, es lebe das Rennen: Nur einen Tag nach dem historischen Gesamtsieg der "Illbruck" beim Volvo Ocean Race gab Syndikatschef Michael Illbruck bekannt, dass ein deutsches Team am nächsten America's Cup 2005/ 2006 teilnehmen will. Dazu wird die Kernmannschaft der siegreichen Volvo-Ocean-Yacht mit Skipper John Kostecki unter dem traditionsreichen Namen "Pinta-Challenge" aufgebaut. Den Cupper, der bei Bremen für den Louis Vuitton Cup, die Herausforderer-Ausscheidungen um den America's Cup ab Oktober 2002 gebaute GER 68, will Illbruck für das Training einsetzen. Die vierjährige Kampagne für den nächsten AC veranschlagt das Team auf 90 Millionen Euro – eingebracht durch Sponsoren.

Grafik des America's Cupper des ehemaligen "Illbruck" Teams, dessen Rumpf und Deck zu 95 Prozent fertig sind (Grafik © IllbruckChallenge)

Dieses Geld will er nicht mehr aus eigener Kraft als mittelständischer Unternehmer aufbringen, sondern mit Hilfe von Partnern und Sponsoren. „Wir haben bewiesen“, so Illbruck, „dass wir dafür das beste Team haben.“ Für Rückendeckung sorgt der historische Sieg beim Volvo Ocean Race. Illbruck: „Mit diesem Erfolg haben wir gezeigt, dass wir das können.“ Allein in den deutschen Printmedien seien seit dem Start des Volvo Ocean Race im vergangenen September rund 16.000 Beiträge über die Regatta veröffentlicht worden. "Illbruck" wird Hauptanteilseigner der in Gründung befindlichen "Pinta-Challenge". Der finanzielle Rahmen der Kampagne soll allerdings schon bis Frühjahr 2003 stehen – heisst: Bis dahin müssen prominente, finanzkräftige und finanzierungswillige Sponsoren gefunden werden.

 

Für das mittelständische Unternehmen Illbruck mit Filialen in aller Welt habe sich der Aufwand des VOR 2002 voll und ganz gelohnt, meinte der Firmenchef: Der Name "Illbruck" und die grün-weißen Farben seien in der ganzen Welt bekannt. Wie berichtet (seglermagazin.de in den VOR-Berichten: "Nachrichten für Deutsche Sponsoren") hat das "Assa Abloy"-Team bekannt gegeben, dass der Werbe-Effekt des Weltrennens bei mehr als 38 Millionen Euro für die Schweden lag, bei Investitionen von 11 Millionen Euro. "Illbruck" soll 20 Millionen Euro investiert haben.

 

Michael Illbruck wird unterstützt von DSV-Präsident Dierk Thomsen, ehemaliger Starboot-Segler, der in Kiel sagte: „Wir laden alle Unternehmen, die diese hervorragende Kombination aus Spitzentechnologie, Teamleistung und umweltfreundlichem Sport für ihre Kommunikation nutzen wollen, zu einem Gespräch ein.“ Thomsen will den Sieg und den Anschub der Medienpräsenz durch den "Illbruck"-Sieg für weitere Werbe-Strategien für den Segelsport nutzen. Eine Strategie verriet er jedoch noch nicht.

 

Ursprünglich wollte Michael Illbruck bereits im Herbst 2002 bei der Herausforderserie zum 31. America's Cup seinen in Deutschland gebauten Cupper an den Start schicken. Aus Mangel an Sponsoren wurde dieses Engagement auf den 32. America's Cup verschoben.

 

 

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