Nordhavn 43 – ein exquisites Schiff für lange Fahrt26. Januar 2007 - Dieses Boot ist eigentlich ein Schiff. Platz im Innern und die Kapazitäten dieses 43 Fuß-Schiffes – also gerade mal 14 Meter – lassen bei einer Besichtigung eher an eine 15 bis 16 Meter lange Yacht denken. Wer also eine stabile, seefeste komfortable Yacht für lange Törns sucht, sollte sich die Nordhavn 43 ansehen. Die Nordhavn 43 wurde auf der Boot 2007 als europäische Premiere vorgestellt. 18 Nordhavn Yachten zwischen 12 und 21 Meter haben 2004 den Atlantik zwischen Florida und Gibraltar überquert, fast ohne Pannen – das sagt schon viel über die Qualitäten dieser Schiffe aus. Seglermagazin.de stellt das Schiff vor.

Die knapp 14 Meter Langfahrtyacht Nordhavn 43. (Foto: Nordhavn)

Wer durch die Tür im Schanzkleid das Boot betritt, sieht schon an dieser Tür die Qualität des Bootsbaus. Die Schanz achtern, im geräumigen Cockpit, ist mehr als hüfthoch und bietet extrem guten Schutz. Durch eine der sehr stabilen Türen (schauen sie mal auf die großen dicken Scharniere – da kann starker Wind oder ein 90-Kilo-Mann schon mal rein fallen …) geht es in den achtern liegenden Salon. Beste Holzverarbeitung ist selbstverständlich, was hier verblüfft, ist das Gefühl von viel Raum auf einem 14-Meter-Schiff. Rechts  eine Sitzecke mit Tisch, links eine weitere Sitzbank. Im Salon – was wir von jeder seegehenden Yacht erwarten ! – Möglichkeiten, sich bei Seegang festzuhalten. So weit so gut – aber von dort aus geht der Blick ungehindert in die Galley. Die liegt nicht abgeschirmt oder eine Etage tiefer, hier kann der Smut die Gäste teilhaben lassen an seinen Kochkünsten, und eine Unterhaltung ist jederzeit möglich.



Nordhavn 43 auf der Boot 2007 (Foto © Jo Achim Geschke/ www.motoryachten-und-meer.de)

Die Pantry ist U-förmig angelegt, mit wirklich viel Platz auf den Arbeitsplatten, mit Herd, großem Kühlschrank, Spüle, Mikrowelle und genug Schubfächern lässt sie kaum Wünsche offen. Durch die U-förmige Gestaltung steht der Smut auch bei Welle noch sicher. Außerdem sind – als Extras – gute Stabilisatoren für das Schiff zu haben.



Salon, Sitzbank und Tisch (rechts) und die große Pantry, hinten Aufgang zum Steuerhaus. (Foto © Jo Achim Geschke/ www.motoryachten-und-meer.de)

Neben der Pantry ein kleiner Schreibtisch mit Unterschrank, nützlich etwa für den Laptop.
Von dort geht es einige bequeme Stufen – auch hier wieder Handläufe – zum Steuerhaus. Und das hat seinen Namen verdient. Diese Brücke hat auf der ganzen Breite Platz für Plotter, Radarschirm, GPS und andere Navigationsinstrumente, Funk, der Skipper hat von dem gewöhnungsbedürftigen Ruder alles im Blick und im Griff. Backbords eine Kartenablage mit Unterschrank. Und vor allem: Hinter dem Skipper kann der Partner oder der Gast auf einer bequemen Bank sitzen, mit einem  ausreichend großen Tisch davor, und so die Kommunikation während langer Törns wach halten. Wer nachts oder zwischendurch seine wache im Steuerhaus verbringen will, kann dies auf einer Koje hinter der Sitzbank. Links und rechts – pardon: steuerbords und backbords – geht es durch sehr stabile Türen mit zwei Verschlüssen ins Freie. Die Nordhavn haben eine so genannte Portugieser Brücke: Rund um das Steuerhaus können alle hinter einer hohen Schanz sicher die Seite wechseln oder vor dem Steuerhaus gegen Spray geschützt aufs Meer blicken.



Eine Brücke auf der Nordhavn 43, von der viele Skipper träumen, links der Tisch vor der Sitzbank für die Gäste. (Foto © Jo Achim Geschke/ www.motoryachten-und-meer.de)

Vom Steuerstand – der eher eine Brücke ist – führen einige Stufen hinunter zu den zwei Kabinen und dem Bad. Die Dusche hat ihren Namen wirklich verdient, Eigner und Gäste haben genug Stauraum und können hier auch für längere Zeit bequem reisen. Für Kurzzeit-Gäste kann die Sitzbank im Salon noch zwei Kojen bieten. Alle Kabinen sind mit Bullaugen von schwerer Ausführung gut belüftet und bieten mit Luken genug Licht. Da die Kojen tief unten und in der Mitte des Schiffs liegen, sind bei Welle die Bewegungen hier gemindert. Von der Eignerkammer führt eine sehr gut isolierte Tür in einen Motorraum, der aufgeräumter und zugänglicher nicht sein kann. Der Motor ist mit einer Edelstahlreling umgeben, auch bei Welle kann der Skipper hier arbeiten. Filter, Wasserabscheider, Batterien etc und Platz für einen Generator ist selbstverständlich vorhanden.  


Von der „Portuguese Bridge” führt eine wie immer bei Nordhavn sehr stabile Tür auf das Vordeck, wo eine kräftige Ankerwinsch und eine Luke zur Kette Sicherheit und gutes Arbeiten an Deck ermöglichen. Dabei schützt rundum eine kräftige Reling die Seefahrer. Handläufe sitzen da, wo man sie braucht. Alles an diesem Schiff macht den Eindruck, es sei aus Sicherheitsgründen eine Nummer größer dimensioniert.



Blick aus der Portuguese Bridge auf Vordeck der Nordhavn 43. (Foto © Jo Achim Geschke/ www.motoryachten-und-meer.de)

Vom Seitendeck führt backbord eine Treppe zum hochgelegenen Achterdeck, hier ist Platz für ein 12-Fuß-Schlauchboot oder ein anderes Dinghi, das mit einem extra Kran oder am standardmäßigen Mast zu Wasser gelassen werden kann. Hier steht auch der Schornstein – ja wirklich – und einige Stufen mit Handlauf führen zur Flybridge, die extra geordert werden muss. Von ihr aus hat man besonders im Hafen beste Sicht.



Der Rumpf des Schiffes ist so gezeichnet, das sich beste Stabilität und Seeverhalten trotz des hohen Aufbaus einstellen. Die Rümpfe sind bis zu 5 Zentimeter dick! Die Nordhavn werden seit rund 30 Jahren in Xiamen (China) and Ta Shing (Taiwan) für die PAE in Danapoint in den USA gebaut. Etliche haben den Globus umrundet, etliche sind auf dem Weg um den Erdball, darunter auch zwei deutsche Ehepaare. Nordhavn Yachten sind vom International Marine Certification Institute in Belgien zertifiziert, sie tragen ein europäisches CE-Zeichen.



Blick aus dem Salon nach achtern, rechts die Pantry. (Foto © Jo Achim Geschke/ www.motoryachten-und-meer.de)

Angetrieben werden die Schiffe von einem langlebigen Lugger L668D Diesel der wenig verbraucht und etwa 8,5 Knoten bringt, die wirtschaftliche Reisegeschwindigkeit liegt bei 8 Knoten. Der Tank mit 4542 Litern erlaubt bei 7,8 Knoten eine Reise von gut 2800 Seemeilen.


Beim Ausfall hilft eine „Wing Engine“, ein zweiter kleiner Motor mit 27 PS, eigener Elektrik und eigenem Antrieb.


Die Qualität der Nordhavn kostet – Basispreis sind 677 000 US Dollar, also etwa 528 000 Euro. Allerdings war beispielsweise das Messeschiff mit rund 100 000 Euro Extras versehen, darunter der Flybridge, die komplett mit allem 23 000 Dollar kostet, Stabilisatoren, und einem Extra-Kran für das Dinghi. Beim Preis sollten künftige Eigner einrechnen, dass sich Nordhavn später sehr gut verkaufen, und zudem sehr viel Schiff bei vernünftigen Betriebskosten geboten wird. Unser Fazit: Sehr sehr viel Schiff für das Geld. Eine Langfahrt-Yacht, die begeistert und in dieser Größe ihresgleichen sucht.

 
Technische Daten Nordhavn 43:

LüA 13,56 m
Breite 4,52 m
Tiefgang 1,50 m
Verdrängung ca. 25 Tonnen

Dieseltank ca 4540 Liter
Wasser 1136 Liter

Lugger Diesel 165 PS
Durchfahrtshöhe mit Mast > 9 m

gelegter Mast ca. 4,5 m

Reichweite 2800 sm bei 7,8 Kn


(Seglermagazin.de macht darauf aufmerksam, dass wir das Schiff nicht in Fahrt getestet haben.)

Lesen Sie dazu auch:

Nordhavn 40 - 12 Meter Langfahrtkreuzer

 


www.nordhavn.co.uk


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