Rheinwoche: Portrait eines Machers
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Uwe Deertz im Löricker Yachthafen , auch Paradieshafen genannt, er ist eine Idylle in der Großstadt (Foto© Jo Achim Geschke) |
„Ich bin Rentner, und die haben nie Zeit”, sagt der Mann mit den klaren blauen Augen trocken. Früher ist er mal bei der Handelsschiffahrt zur See gefahren, als verantwortlicher Ingenieur für die elektrischen Anlagen. „Später war ich bei Tests unter anderem auf der „Esso Deutschland” unterwegs, dem damals größten Tanker der Meere.
Auch nachdem er an Land weiter arbeitete, blieb er der See und dem Segeln treu, war von Anfang an bei der STA dabei, die Jugendlichen die Schönheit und das Abenteuer der traditionellen Segelei nah bringt. Aber der Seemann ging auch auf eigenem Schiff, mit beiden Söhnen und seiner Frau, auf Törns in die Ostsee.
Papierkram und Organisation
zusammen mit dem Löricker Yachtclub
Zurzeit hat er allerdings mehr mit Papierkram zu tun, für die seit mehr als 100 Jahren ausgetragene „Rheinwoche”, die in vier Etappen von Hitdorf bis nach Rees am Niederrhein führt. Mehr als 300 Aktive, mehr als 100 Boote - da wird die Organisation zum logistischen Puzzle - und zur ehrenamtlichen Schufterei. Deertz arbeitet in der „Regattagenmeinschaft” mit dem organisierenden Löricker Yachtclub zusammen. „Für die Boote der Wettfahrt müssen beispielsweise Liegeplätze gefunden werden, in Duisburg haben wir es geschafft, dieses Jahr am Museumssteiger zu liegen. Aber die Jollen, die von Talsperren und Seen auf Hängern hinter Privatautos anreisen, müssen ins Wasser - also müssen Kräne organisiert werden.” Für Start und Ziel müssen Schiedsrichter und Zeitnehmer angeheuert werden, Festivitäten mit Musik und Getränken geplant, Programme entworfen und gedruckt werden, „und für die ganzen Kosten suchen wir auch noch Sponsoren,” nennt der Senior der neuen Alten-Generation völlig ruhig nur einige der vielen Aufgaben einer Regatta-Organisation. Etliches erledigen die Ausrichter vom Löricker Yachtclub - aber das Regattabüro, also auch Deertz, ist immer dabei. Und schließlich muss jemand das Startgeld einsammeln, verwalten, Essensmarken ausgeben ....
Regatta auf dem Rhein bei Düsseldorf (Foto© Jo Achim Geschke)
Trans Ocean – Treff der Weltumsegler
Der Strom hält Deertz ganz schön in Trab. Aber einmal im Monat, da geht es um Weltumsegelungen, da trifft er sich als „Stützpunktleiter” des Vereins „Trans Ocean” mit den „Blauwasser-Seglern”. Jenen Familien und Paaren, die mit dem Schiff auf die Hohe See hinausgehen und die Welt umrunden wollen. „Das ist ein Erfahrungsausstausch,” beschreibt Deertz die Treffen, „da wird über Ausrüstung, Instrumente, über Tricks und Tipps geredet.” Das bleibt nicht Theorie: Vier Paare aus der Düsseldorfer Region, sagt der Steuermann des Windjammers, die regelmäßig zum TO-Treff kamen, sind zurzeit auf eigenem Kiel unterwegs um den Globus. Mehr als 350 Deutsche TO-Mitglieder sind es insgesamt.
Das reicht einem Segler wie Deertz aber nicht: „Mit dem Hausboot über die Kanäle tuckern, ganz ruhig durch das Grün, unter Bäumen mit dem Boot entlang - das war wunderbar erholsam,” erzählt er von seinem Urlaub in Südfrankreich. Diese Bootferien will er vor der eigenen Haustür organisieren: „Mit dem Boot über die üppig grünen Kanäle des Ruhrgebiets” ist sein Ziel. Eine erfolgreiche Agentur für den Charterurlaub im Pott gibt es bereits. „Wir haben allerdings noch kein Unternehmen gefunden, dass in neue Schiffe investieren will,” meint er. Wenn die Rheinwoche vorbei ist, wird er sich wohl um Motorboote kümmern.
Aber das Segeln, dass lässt ihn eh nicht mehr los. Am 9. Juni ist er in Kiel. Dann laufen die Rennyachten von der Weltumrundung beim „Volvo-Ocean-Race” dort ins Ziel. Da wird er mit seiner Frau dabei sein, klar.
Lesen Sie dazu:
Website de Rheinwoche:
Wie immer berät und informiert die Regattagemeinschaft Rheinwoche über die große Flussregatta, die seit 1922 ausgetragen wird.
Informationen über Telefon bei 0211/ 43 28 02
oder info@rheinwoche.org oder rheinwoche@u-deerzt.de


