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Sieger über alles: Die rund 30 Meter lange "Skandia" aus Melbourne war als erste Yacht im Ziel des Rolex Sydney Hobart Race (Foto © Carlo Borlenghi / Rolex www.rolexsydneyhobart.com) |
Exakt 2 Tage, 15 Stunden, 14 Minuten war die über alles Erste "Skandia" bei der legendären 59. Hochseesegelregatta Rolex Sydney to Hobart Yacht Race
unterwegs. Am Ende der 628 Seemeilen von der australischen Olympiastadt Sydney über die berüchtigte Bass-Straße nach Hobart auf der Insel Tasmanien kam die australische Megayacht "Skandia" von Eigner Grant Wharington ganze 14 Minuten und 25 Sekunden vor dem Maxi "Zana" von Stewart Thwaites aus Neuseeland als Erste ins Ziel.
Nach berechneter Zeit für den Gesamtsieg lagen allerdings am Montag kleinere Yachten in Front, die erst später im Ziel erwartet wurden. Deutsche Boote nahmen
dieses Jahr an dem Klassiker nicht teil.
Der fast 30 Meter (98 Fuß) lange Super-Maxi "Skandia" aus Melbourne
hatte die meiste Zeit des Rennens in Führung gelegen, die "Zana" jedoch nie aus den Augen verloren. Aufgrund harter und ungünstiger Bedingungen auf der Kreuz hoch am Wind konnten beide Hightechracer den Streckenrekord trotz ihres enormen Geschwindigkeitspotentials nie gefährden. Sie verpassten ihn letztlich um rund 20 Stunden.
Nach dem eindruckvollen Start am Zweiten Weihnachtstag, als der Cruising Yacht Club of Australia (CYCA) vor vielen tausend Zuschauern 56 Yachten auf die Regattareise schickte, entwickelte sich sofort ein Zweikampf der beiden größten und schnellsten Boote. Dabei verloren die Taktiker an Bord jedoch zuweilen den Blick für die Gesamtsituation und ermöglichten es
kleineren Booten frühzeitig, die Gesamtführung im Zwischenklassement nach berechneter Zeit zu übernehmen.
Mit der rund 12 Meter langen "First National", einer Bénéteau 40.7, gewann Michael Spies das diesjährige Sydney Hobart Race nach berechneter Zeit. ( Foto © Daniel Forster / Rolex www.rolexsydneyhobart.com)
57 Yachten waren angemeldet, 56 starteten, von denen drei aufgeben
mussten; eine davon wegen Mastbruchs, zwei wegen anderen
Materialschäden. Eine Crew wurde disqualifiziert, weil
sie sich nicht wie vorgeschrieben per Sprechfunk zum
Check-in gemeldet hatte. Die Eigner der Beneteau 40.7
"First National", Spies und Peter Johnson, gewannen die
Klassements sowohl nach dem Wertungssystem IMS, als auch
nach IRC und erhielten den Tattersall Cup. Nach IMS
lagen sie am Ende 90 Minuten vor der etwa gleichgroßen
Holzyacht "Tilting at Windmills" vom Typ Dory 41. Kaum
fünf Minuten zurück wurde die IMX 40 "Nips-N-Tux"
Dritte.
Michael Spies krönte mit dem Sieg seine illustre
Rolex Sydney-Hobart-Karriere. Das gerade zuende
gegangene Rennen war bereits seine 27. Teilnahme, obwohl
er erst 44 Jahre alt ist. Spies war 1999 Co-Skipper auf
dem Volvo Ocean 60 "Nokia", als der den weiter
bestehenden Streckenrekord von einem Tag, 19 Stunden, 48
Minuten und zwei Sekunden aufstellte.
Die IMS-Klasse A gewann der Kommodore des britischen Royal Ocean Racing
Club (RORC), Chris Little, mit der gecharterten Farr 46
"Bounder". Favorit Geoff Ross mit seiner "Yendys" wurde
Dritter der Klasse IMS A und 17. über alles.
2004 feiert das Rolex Sydney-Hobart-Rennen des Cruising Yacht Club
of Australia (CYCA) sein 60. Jubiläum. Die rund 700
Mitsegler der 59. Ausgabe sprachen zurück an Land schon
von nichts anderem mehr. Die Regatta gehört zu den
Top-Sportereignissen in Australien, das jedes Jahr ein
großes Medienecho und viele Zehntausende Zuschauer
anzieht. Die Regattawebsite www.rolexsydneyhobart.com
erlebte 2003 mehr als fünf Millionen Seitenaufrufe. In
der Hauptstadt Tasmaniens wird der Zieleinlauf durch das
Hobart Sommerfestival begleitet und ist der Saisonhöhepunkt.
Etwa 30 Boote haben die Chance, nach Handicap auf den ersten Platz zu kommen. Skipper Michael Spies über die Regatta auf "First National":
"Wir haben das Boot rund um die Uhr hart gesegelt, meist
bei 95 Prozent seines Geschwindigkeitspotentials,
taktisch sauber ohne Ausreißer. Mancher hat hier und da
einen riskanten Schachzug gemacht, der ihn kurzzeitig
nach vorne warf. Doch dafür wurde er meist wenig später
durch negative Winddreher umso mehr bestraft."
"Wir hatten zwölf Stunden harten Spinnakerkurs, davon
sechs am absoluten Limit. Aber wir wussten, dass wir
nicht locker lassen durften, wenn wir die Gegner
schlagen wollten. Wir parkten für einige Stunden in der Bass-Straße, als
der Wind einschlief. Da dachten wir schon, wir hätten
alles verloren. Aber die anderen parkten auch. Bei
Tasmanien eingangs der Sturmbucht parkten wir nochmals.
Aber letztlich erwischten wir am frühen Morgen eine
leichte Brise, die uns den Fluss hinauf getragen hat."
(Bericht: Andreas Kling /Key Partners (KPMS)
Detaillierte Ergebnisse auf der website des Rolex Sydney-Hobart Race 2003:


