Rolex Sydney Hobart Race 2004: 54 gaben im Sturm auf

04. Januar 2005 - Die 60. Ausgabe war ein Sydney Hobart, das den berüchtigten Ruf dieser Regatta erneut bestätigte. 57 der 117 Teilnehmenden Yachten mussten wegen eines Sturms und der großen Wellen, die Schäden verursachten, aufgeben. Auch die einzige deutsche Teilnehmerin, die Hamburger „Vineta“, musste mit Wasser im Schiff passen. Am schwersten erwischte es die "Skandia", deren Schwenkkiel abbrach.

Die Yendis in harter Welle – das Foto zeigt deutlich, wie schlimm das Wetter war. (Foto © Daniel Forster / Rolex)

Haushohe Wellen und orkanartige Sturmböen waren die harschen

Kennzeichen des 60. Rolex Sydney to Hobart Yacht Race der Hochseesegler.

Bereits 54 der 117 teilnehmenden Boote gaben das Rennen teils mit schwersten Schäden auf. Auch die neue „Vineta“ des Hamburger Reeders Felix Scheder-Bieschin brach die Regatta nach einem Wassereinbruch ab. Als Erste erreichte die 27 Meter lange Maxiyacht „Nicorette“ des Schweden Ludde

Ingvall nach 628 aufreibenden Seemeilen das Ziel in der tasmanischen

Hauptstadt. In der Gesamtwertung führte bisher allerdings die britische „Aera“.

 

Die "Skandia", nachdem der Kiel abgefallen war. (Foto © Daniel Forster / Rolex)

Bei idealen Segelbedingungen waren sie am Zweiten Weihnachtstag vor der

Traumkulisse von einigen hunderttausend Zuschauern in Sydney gestartet. Doch die Sturmwarnungen der Meteorologen hielt bereits am zweiten Tag, was sie prophezeit hatten. Aus Süden gegen die Fahrtrichtung des Felds rollten die Wasserwalzen auf die Segler zu. „Die Wellen bauten sich sehr schnell auf und brachen oben auf den Kämmen“, schilderte „Aera“-Skipper Jez Fanstone die Szenerie. „Trotzdem waren wir nur unter dem kleinen Trysegel noch neun

Knoten schnell.“ Seine vermeintlich riskante, weil 150 Seemeilen weit

draußen auf hoher See gewählte Route zahlte sich aus. Nach berechneter Zeit

war die Ker 55 viereinhalb Stunden schneller als die größere „Nicorette“.

 

Auch die Marten 49 „Vineta“ lag in der ersten Hälfte gut im Rennen, meist

unter den besten 20. Und die notorische Bass-Straße hatte sie fast schon

überquert, als die Mannschaft unter Deck ungewöhnlich viel Wasser im Schiff

entdeckte. „Da wir nicht feststellen konnten, wo das her kam, und ob es mehr

werden könnte, haben wir uns zu Gunsten der Sicherheit entschlossen,

aufzugeben“, berichtete der Eigner nach Hause. Das war am Montag Abend

deutscher Zeit. Die Crew, die jederzeit wohlauf war, lief mit der „Vineta“

nach Eden ab, wo sie aufgeräumt und repariert wurde. Am Mittwoch war das

Team bereits auf dem Rückweg nach Sydney.

 

So glimpflich zog der Sturm nicht an allen Yachten vorüber. Am schwersten

erwischte es die Maxiyacht „Skandia“, ein Topfavorit für den Gesamtsieg. Als

die Hydraulik für den modernen Schwenkkiel in schwerer See ausfiel und der

Kiel maximal ausgeschwenkt blieb, verließ die Crew um Skipper Grant

Wharington (Australien) die 30-Meter-Yacht und stieg in die Rettungsinseln,

aus denen sie aufgelesen wurde. Der Kiel hatte sich in der harten see aus der mechanik gearbeitet. Wenig später brach der Kiel ab, und das Boot

kenterte. Es soll jedoch an Land geschleppt werden.

 

 

Die berühmte "Ragamuffin" nach dem Mastbruch mit Notrigg – noch immer sind die Wellen sehr hoch. (Foto © Daniel Forster / Rolex)

ach dem Unglück schien die Bahn frei für die „Konica Minolta“ von Stewart

Thwaites aus Neuseeland, die der „Skandia“ 2003 nur um 14 Minuten unterlegen war. Doch eine Monsterwelle, doppelt so groß wie die laufenden, warf das 27 Tonnen schwere Schiff so heftig ins Wellental, dass es auseinander zu brechen drohte. „Wir hörten ein lautes Krachen und stellten anschließend Risse im gesamten Kajütdach fest“, so Thwaites, „noch so ein Ding und wir hätten das Boot zerteilt.“

Zu den prominenten Opfern der Jubiläumsregatta gehörte auch ihr Veteran Syd Fisher. 35 Rolex Sydney-Hobarts hat er gesegelt; diesmal brach auf seiner Farr 50 „Ragamuffin“ der Mast.

 

Aktuelle Positionsmeldungen auf der Website

www.rolexsydneyhobart.com

 

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