Südsee-Einbaum in Düsseldorf
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Kaum zu fassen: Klaus Hympendahl mit seinem Einbaum vor der Garage (Foto © segelfotos-jag.de) |
Der Buchautor ("Logbuch der Angst" und "Yacht-Piraterie") brachte vor einem Jahr das Geld für die Krankenstation eigenhändig zu der weitläufigen Inselgruppe der Salomonen, auf einer abenteuerlichen, vierwöchigen Reise. Der deutsche Konsul in der Hauptstadt Honiara schickte schließlich das Baumaterial per Schiff nach Tikopia. Per Postschiff. "Diese Rostlaube kommt nur zweimal im Jahr dorthin", grinst Hympendahl

- Bug des Südsee-Einbaums (Foto © segelfotos-jag.de)
"Die Inselgruppe ist etwa 100 Mal so groß wie Düsseldorf, hat aber etwas weniger Einwohner." Das Postschiff nahm auch gleich den 3,70 Meter langen Einbaum der Einwohner Tikopias mit zurück zur Hauptstadt. Dort lagerte das traditionell mit einem Querbeil aus einem Stamm gehackte Boot beim deutschen Konsul. Der fand nach Monaten ein Schiff, das den Einbaum in einem Container kostenlos mitnahm nach Hamburg. Sechs Wochen war der Einbaum auf See unterwegs, dann kam er per Lastwagen nach Düsseldorf.

- Der stilisierte Vogelkopf am Bug des Einbaums (Foto © segelfotos-jag.de)
"Diese polynesichen Kanus werden noch immer so hergestellt wie seit hundert Jahren", berichtet der Segler. Am Rumpf, aus einem Stamm gehackt, wird mit Tauen und Bambusstangen ein Ausleger befestigt - "sehr flexibel, damit er in den Wellen nachgeben kann und nicht abbricht." Gefischt wird zwischen Ausleger und Rumpf, gepaddelt meist an der freien Seite. Die Einwohner gehen mit diesen Kanus noch immer auf Fischfang im Atoll.
Hympendahls Einbaum hat allerdings geschnitzte Verzierungen und einen besonderen Bug: den Kopf einen Fregatt-Vogels, polynesich "Manu". Das ist zugeleich das Wort für den Stern Rigel im Orion. Und der, so hymepndajl, steht genau im Zenit über Tikopia und hilft bei der traditionellen polynesischen Navigation. Hympendahl hat bereits ein Buch über alte Navigation-Techniken, etwa der Polynesier, geschrieben.
Im Frühjahr will Hympendahl sein Südsee-Kanu im Hafen Düsseldorfs zu Wasser lassen. "Es ist sehr schnell, aber man muss gut balancieren", meint der Segler, der vor einer Woche im Yachthafen auf eine erste kurze Testfahrt ging. Der Einbaum taucht allerdings sehr tief ein - die Polynesier haben ihn für Seewasser gebaut, und das hat wesentlich mehr Auftrieb.


