Travemünder Woche: Start am Freitag
Hämmern, sägen, bohren - an der Travemünder Travepromenadekündet der Lärm der Aufbauarbeiten vom baldigen Beginn der Travemünder Woche. Am Freitag geht es wieder los, dann segelt die Travemünder Woche (TW) in ihre 122. Runde.
Regattasport und Festival
„Die gelungene Verknüpfung von hochklassigem Regattasport und vielfältigem Festivalprogramm in unmittelbarer Nähe machen den unverwechselbaren Charakter der Travemünder Woche aus“, sagt Dierk Faust stellvertretend für die Organisatoren mit rund 300 vorwiegend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Großevents, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt ist. Es schließt am zweiten Sonntag (31. Juli) gegen 23 Uhr nach einem Höhenfeuerwerk von der Norder- und der Südermole aus auf Disney-Musik aus „Fluch der Karibik“.
Eröffnung am Freitag
Nach der feierlichen TW-Eröffnung auf der Kogge „Lisa von Lübeck“ an der Überseebrücke I am Freitagabend um 18 Uhr durch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe, Schleswig-Holsteins Finanzminister Rainer Wiegard und den neuen Vorsitzenden des Hauptveranstalters Lübecker Yacht-Club (LYC), Dierk Faust, fällt der erste Startschuss am Folgetag schon um 10 Uhr. Dann gehen die Dickschiffe auf ihre Mittelstreckenwettfahrt ins benachbarte Grömitz. Die Jollen und Kielboote folgen ab 13 Uhr. Insgesamt werden zehn Regattabahnen in der Lübecker Bucht ausgelegt. Den Abschluss am letzten Sonntag bilden wiederum die Yachten mit Kurzrennen auf der Seebahn und das Medaillenrennen der ersten Junioren-Weltmeisterschaft der olympischen 49er überhaupt, wo die deutschen Olympiaaspiranten Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann allerdings zuschauen müssen. Die beiden sind inzwischen „Ü23“ und starten vor dem Finale in der altersoffenen Wertung bei der TW.
Aufregend wird die Eröffnung auch für den 15-jährigen Pascal Hattich. Das hoffnungsvolle Nachwuchstalent vom Lübecker Yacht-Club wird zusammen mit Heino Haase, dem Lübecker Flottenchef der Folkeboote den sportlichen Eid sprechen. In der Woche muss er sich dann gegen 91 männliche Gegner (75 Mädchen starten parallel) der Jugendeuropameisterschaft in der Europe-Jolle beweisen, das quantitativ größte Teilnehmerfeld. „Ich möchte ein Drittel hinter mir lassen, das wäre im zweiten Jahr nach dem Umstieg schon ein großer Erfolg“, gibt sich Hattich noch bescheiden.
Sportlich steigt die Travemünder Woche erst am Sonnabend ein – mit acht Bootsklassen auf vier Bahnen (ab 13 Uhr) plus die Hintour der Mittelstrecke. Die Dickschiffe segeln von Travemünde nach Grömitz. Start auf der Seebahn ist um 10 Uhr. Sieben Stunden später fliegen die „Motten“ durch die Trave. Die „Moth“, die ab Montag vor Travemünde ihre EM bestreiten, sind die erste Klasse, die bei der Zweitauflage der Trave-Races direkt vor der „Passat“ und den Augen der Zuschauer zum Greifen nah segeln. Im Vorjahr waren die Showrennen der Besuchermagnet, zogen mehr als 175 000 „Sehleute“ an. „Wir haben mittlerweile viele Nachahmer gefunden“, weiß Mielke, „aber das zeigt, dass unser Kurs stimmt.“ Die Erfolgsformel: Kurze, knackige Rennen, live kommentiert, überschaubare Regeln. Ein verkürztes Startprozedere, eine Start-Ampel (rote, gelbe, grüne Flagge) sollen die Rennen noch verständlicher machen. „Da wir in der Trave segeln, ab 17 Uhr nur ein einstündiges Zeitfenster haben, eignen sich nur Hochgeschwindigkeitsklassen, die auch bei wenig Wind ins Segeln kommen“, erklärt Mielke. Die „Motten“, die es durch eine Art Flügel unterm Boot schon bei wenig Winden in die Höhe hebt, „sind dafür geeignet. Das wird spektakulär.“


