Travemünder Woche - Tornado-Euro: Aufwärtstrend bei den deutschen Seglern

25. Juli 2006 - TRAVEMÜNDE. Nach vier von zehn Wettfahrten der Tornado-Europameisterschaft bei der 117. Travemünder Woche bilden die Österreicher Roman Hagara und Hans Peter Steinacher weiter eine Klasse für sich. Am Montag (24. Juli) bauten die zweimaligen Olympiasieger ihren Vorsprung vor den Franzosen Xavier Revil/Christophe Espagnon auf 16 Punkte aus. Der deutsche Kader versiebte auch das dritte EM-Rennen, zeigte aber danach einen klaren Aufwärtstrend. Johannes Polgar aus Dänisch-Nienhof und Florian Spalteholtz (Kiel) kletterten mit den Einzelrängen 14 und vier immerhin auf Platz neun, Roland Gäbler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) dagegen nur auf Rang 20.

Johannes Polgar und Florian Spalteholtz aus Dänisch-Nienhof und Kiel bei der 117. Travemünder Woche in der vierten Wettfahrt der Tornado-Europameisterschaft auf dem Weg zum vierten Platz. Foto: Nils Bergmann/Yachting-Photos.com

Von den ersten drei Tagessiegen im Gruppensegeln der 470er-Juniorenweltmeisterschaft
gingen zwei nach Israel an Levine Eyal/Amir Yam und Avin Ben Horin/Eran Sela
sowie einer nach Großbritannien an Luke Patience und Twiggy Grube. Beste
Deutsche waren die Potsdamer Nils Schröder und Jens Steinborn als Dritte.


„Es passt alles gut zusammen, wir haben einen Lauf“, gab sich der
Burgenländer Hagara nach seinem souveränen Auftritt eher wortkarg. Nach zwei
EM-Titeln wollte der 40-Jährige von der dritten Anwartschaft noch nicht viel
wissen. „Das ist noch eine Weile hin.“ In der dritten Wettfahrt, die erneut
ausgesprochen schwierige Bedingungen mit enormen Winddrehern und -löchern
parat hielt, sahen sogar Hagara/Steinacher zwei Gegner nur von hinten – um
dann bei einer herrlichen Seebrise im vierten Rennen wieder einen Tagessieg
zu landen. „Eine stete Brise ist uns auch am liebsten, denn dabei kann am
wenigsten schief gehen“, kommentierte der Steuermann den dritten
Volltreffer, „aber auch die anderen, widrigen Bedingungen gehören beim
Segeln dazu.“


Genau über diese fluchten die deutschen Mitfavoriten. Häufig sei das
Klassenwindlimit von sechs Knoten unterwegs unterschritten worden. Gar die
Würde der Europameisterschaft sahen sie in Gefahr. Erst als die Thermik über
der Lübecker Bucht am späten Nachmittag eine mäßige Seebrise aufgebaut
hatte, kamen auch Roland Gäbler und Gunnar Struckmann besser in Fahrt und
landeten auf Platz zehn. „Wir haben noch keine taktische Linie gefunden“,
ärgerte sich der 41-Jährige Gäbler vor allem über den 23. Rang mittags, der
ihn in der Gesamtwertung nicht über den 20. Platz hinauskommen ließ.
Mit der Wut im Bauch startete Johannes Polgar im vierten Lauf bei Windstärke
drei bis vier wieder gut und münzte das erstmals auch im Ziel in eine
Topplatzierung um. „Das war wieder das Mallorca-Feeling, das ich an
Travemünde immer geschätzt habe“, so der WM-Vierte von 2005. Im Rennen zuvor
hatte er schon bis zur ersten Luvtonne mehr als zehn Führungswechsel gesehen
und Wind „zwischen Doppeltrapez und Ententeich“. „Nach oben geht jetzt noch
etwas“, verspürte Polgar den eigenen Aufwärtstrend, „ab morgen greifen wir
an.“


Auftakt der Junioren 470er WM


Auch der Auftakt der 470er-Juniorenweltmeisterschaft litt unter der
gegensätzlichen Wettlage. „Der Gradientwind aus einem Hochdruckgebiet kämpft
gegen die thermische Seebrise“, erklärte Meteorologe Meeno Schrader von der
Wetterwelt Kiel. „Wir hatten zwar frühzeitig das erste Rennen gestartet,
aber der Wind brach mehrmals wieder ein“, berichtete Wettfahrtleiter Brian
Schweder. Dennoch schafften die 121 Juniorencrews in allen drei Gruppen eine
Auftaktwettfahrt.


Als die Konkurrenz noch das zehnte Rennen absolvierte, waren die Dänen
Jesper Broendum, Jesper Holst und Martin Friedrichsen schon an Land. Die
18-Footer-Segler gewannen den Columbia German Grand Prix, den dritten Lauf
der Europaserie, mit zehn Punkten vorzeitig vor der Heidelberger Crew von
Werner Gieser (17). Das Sieger-Trio darf sich auf den Sonderpreis freuen –
fünf Tage Urlaub im Columbia-Ressort auf Zypern. Zufrieden war sogar das auf
Rang sieben platzierte Team „Magic Marine“, das sich den ehemaligen
49er-Vorschoter Andreas John aus Hamburg als Verstärkung ins Boot geholt
hatte. „Es ging von Tag zu Tag besser, ich habe viel von ihm gelernt“,
meinte Steuermann und Klassenboss Norbert Peter in seinem ersten
18-Footer-Lehrjahr.




ALLE Ergebnisse von Montag, 24. Juli 2006
4. Wettfahrttag der 117. Travemünder Woche


Olympische Klassen

Tornado-Europameisterschaft (Gesamtstand nach vier Wettfahrten): 1. Roman
Hagara/Hans Peter Steinacher (Österreich) 6 Punkte; 2. Xavier
Revil/Christophe Espagnon (Frankreich) 22; 3. Paschalidis Iordanis/Trigonis
Kostas (Griechenland) 31; 4. Yann Guichard/Alexandre Guyader (Frankreich)
32; 5. Vincenzo Sorrentin/Giorgio Colombo (Italien) 34; 6. Matthieu
Souben/Gurvan Bontemps (Frankreich) 27; …14. Johannes Polgar/Florian
Spalteholz (Dänisch-Nienhof/Kiel) 56; ... 20. Roland Gäbler/Gunnar
Struckmann (Tinglev/Kiel) 84; ...24. Patrick Egger/Dominic Stahl
(Friedrichshafen) 106.


470er-Juniorenweltmeisterschaft (Gesamtstand nach einer Wettfahrt in drei
Gruppen): 1. Eyal/Yam (Israel) 1 Punkt;2. Horin/Sela (Israel) 1; 3.
Patience/Grube (Großbritannien) 1; 4. Sheremetyev/Sheremetyev (Russland) 2;
5. Sime/Marenic (Kroatien) 2; 6. Koch/Sommer (Dänemark) 2; 7.
Desiderato/Capece (Italien) 3; 8. Santurde/Quevedo (Spanien) 3; 9.
Schröder/Steinborn (Potsdam) 3.


470er (Gesamtstand nach 7 Wettfahrten): 1. Kristof Doffing/Jan Kaminski
(Darmstadt) 7; 2. Phillip Schrader/Hendrik Siebers (Kiel) 15; 3. Miriam van
den Hout-Nolte/Martin Nolte (Delligsen) 15; 4. Neele Hiller/Catrin Janssen
(Oldenburg) 21; 5. Frank Neuroth/Stephan Jung (Köln) 29; 6. Nina
Beckmann/Alexander Körner (Steinheim) 30.



Internationale Klassen


KORREKTUR: Columbia German Grand Prix der 18-Footer (Endstand nach zehn
Wettfahrten): 1. Broendum/Holst/Friedrichsen (Dänemark) 10 Punkte, 2.
Gieser/Nocke/Friedrich/ (Heidelberg) 17; 3. Clausen/Ebler/Clausen (Dänemark)
17; 4. Orion/Caiveau/Vallee (Frankreich) 35; 5. Peyot/Peyot/Pieroni
(Schweiz) 41; 6. Mears/Ramus/Mears (England) 44.


German Masters J/22 (Endstand nach sechs Wettfahrten):
1.Menzner/Lichte/Wolter (Stein) 5 Punkte; 2. Oehme/Illies/Schötteldreyer
(Hamburg) 9; 3.
Scharffenberg/Scharffenberg/Römer (Schwedeneck) 14; 4. Lösch/Venn/Lösch
(Erkrath) 21; 5. Regener/Regener/Regener (Arnis) 30.


Euro Cup International Canoe IC (Gesamtstand nach neun Wettfahrten):
1. Colin Newman (England) 14 Punkte; 2. Manuel Radek (Grünenplan) 14; 3. Dr.
Peter Ullmann (Oldenburg) 16; 4. Roger Regitz (Berlin) 26; 5. Jan Gillen
(Lintig) 36; 6. Anette Steimann (Klein Rönnau) 42.


Euro Cup International Canoe AC (Gesamtstand nach acht Wettfahrt):1. Stephen
Bowen (England) 12 Punkte; 2. Robin Wood (England) 17; 3. Gareth Caldwell
(England) 19; 4. Colin Brown (England) 20; 5. Phillip Allen (England) 20; 6.
Tobias Kunz (Hamburg) 25.


Internationale Deutsche Meisterschaft Beneteau 25 (Gesamtstand nach acht
Wettfahrten): 1. Kai Mares (Dänischenhagen) 8 Punkte; 2. Niklas Ganssauge
(Hamburg) 14; 3. Mads Christensen (Dänemark) 16,00; 4. Reinhard Hübner
(Berlin) 18; 5. Axel Röder (Dinslaken) 34; 6. Carsten Kemmling (Hamburg) 36.


Contender (Gesamtstand nach sieben Wettfahrten): 1. Jan von der Bank (Kiel)
12 Punkte; 2. Christoph Homeier (Kiel) 13; 3. Søren Andreasen (Dänemark) 17;
4. Karsten Kraus (Schwedeneck) 19; 5. Dirk Bethge (Hamburg) 29; 6. Jacob
Lunding (Dänemark) 32.


505er (Gesamtstand nach sieben Wettfahrten): 1. Morten Bogacki/Wolfgang
Bogacki (Velbert) 6 Punkte; 2. Jörg Thumann/Oliver Stieglitz (Emden) 21; 3.
Karsten Lahrs/Peter Gerdts (Pulheim) 21; 4. Norbert Dasenbrook/Sven Meier
(Düsseldorf) 24; 5. Markus Maisenbacher/Lars Kruse (Verden) 24; 6. Carsten
Engel/Stefan Worm (Essen) 28.


420er (Gesamtstand nach sieben Wettfahrten): 1. Scott Sharpe/Pettersson
Emily (Australien) 16 Punkte; 2. Fabian Tang/ Kevin Hammel (Düsseldorf) 18;
3. Tom Johnson/Dylan Schroeder (Australien) 20; 4. Jérôme Schätzle/Loic
Schätzle (Kenzingen) 23; 5. Colin Glinkowski/Antonia Behrend (Dreieich) 32;
6. Martin Wright/Rees Holneil (Australien) 38.


Pirat (Gesamtstand nach sieben Wettfahrten): 1. Thomas Kaitschick/Peter
Gardeweg (Lübeck) 6 Punkte; 2. Tobias Quante/Manon Geilenkothen (Münster)
11; 3. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 18; 4. Susanne Koopmann/Inga
Darics (Groß Grönau) 30; 5. Björn Helfer/Sven Trieb (Münster) 31; 5.; 6.
Fabian Freundt/Manuel Freundt (Groß Grönau) 36.


Schwertzugvogel (Gesamtstand nach sieben Wettfahrten): 1. Manfred
Brändle/Wolfgang Rosteck (Wuppertal) 14 Punkte; 2. Henry Kopplin/Jörg Wenzel
(Berlin) 20; 3. Michael Hotho/Martin Sievers (Wunstorf) 24; 4. Eckert und
Meike Friedhoff (Steinhude) 29; 5. Jan Rohpeter/Christoph Kipker (Mühlheim
a.d. Ruhr) 30; 6. Benjamin Auerbach/Thomas Endom (Duisburg) 31.



www.Travemuender-Woche.net

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