Wasser Fälle im Schiff15. Juni 2002 - Eine Schau, wie man sie sich immer wieder wünscht: Echte Karpfen umschwimmen die Köpfe der Besucher in sprudelndem, frischen Rheinwasser: Auf dem Ausstellungsschiff im Medien-Hafen gleiten die Karpfen durch ein ringförmiges, auf Pfeilern stehendes Bassin, gestaltet von Kunstprofessor Klaus Rincke. Die Installation ist nur eine von insgesamt 900 ungewöhnlichen, verblüffenden Exponaten auf dem ersten Museumschiff des Medienhafens Düsseldorf. Unter den silbernen, halbrunden Dächern am Fuße des Fernmeldeturms am Rheinufer haben bis Freitag noch die Handwerker gearbeitet, seit dem heutigen Samstag sind die „Wasser-Fälle an Rhein und Maas”, eine vor Witz und guten Ideen sprühenden, begeisternd schön gestaltete Ausstellung zur Euroga2002 geöffnet.

Aller, was der Fall beim Wasser ist: Wasser Fälle Austellungsraum (Foto © Jo Achim Geschke)

Vier alte Elb-Schubleichter bilden die Unterlage für die Austellungsräume. Für Karten, Installationen, Modelle aus der ganzen Region, die von den Ausstellungsmachern mit viel Esprit vorgestellt werden. Die Organisatoren, die Gesellschaft „Feuer und Flamme”, haben bereits im Gasometer Oberhausen und in Zollverein Essen unter anderem die gefeierte Präsentation „Sonnen Mond und Sterne” geschaffen.

Die ehemaligen Frachts-Leichter wurden ausgebaut in zwei Etagen, von der Galerie auf Deckhöhe führen Treppen in den Bauch des Laderaums. Strandgut, Schiffsmodelle oder ein riesiger Wal-Knochen - alles Leihgaben aus Museen der Region - sind nicht einfach an die Wand gehängt: Da schaukeln ein altes Sprachrohr der Rheinschiffer, mit Öllampen und Werkzeug hinter Plexiglas sanft in einem kleinen Wasserbecken: schwimmende Vitrinen zum Thema Wasser.

Im Bauch des Schiffes, auf den mit bedacht rostig und gewellt belassenen Böden des Frachtraums , steht eine Kopfweide, aus der knatschgrüne Brennesseln und Kräuter spießen, rundherum schauen ernst ausgestopfte Beispiele der Vielfalt an Wasservögeln an Rhein und Rur herab.

 

Wasser Fälle Glocken

Musik für Skipper – und hier tatsächlich zum Klingen zu bringen (Foto © Jo Achim Geschke)

 

Acht Schiffsglocken von Fahrgastschiffe der Köln-Düsseldorfer vom Rhein hängen hinter einem Respekt gebietenden, hölzernen Steuerrad - auf den Glocken können Besucher mit einer Art Orgel-Tastatur Melodien spielen.<p<

Auch die Skipper kommen nicht zu Kurz bei dieser Schau von allem, was mit Flüssen, Seen und ihrer Geschichte, ja ihrer Entstehehung der Fall ist: Ein Radar dreht sich über den Ausstellungsleichtern und zeigt auf enem modernen Farbbildschirm alle Schiffsbewegungen auf dem benachbarten Rhein an. Und wer sich für Karten interessiert, sollte eine vom Rhein nicht versäumen: Ein holländischer Schiffer hat den Strom von Bingen bis zur Mündung, mit allen Häfen, aufgezeichnet. Auf einer 35 (fünfunddreißig ) Meter langen, für den Transport aufrollbaren Karte !

Wie viele Themen die Macher gefunden haben, zeigt der aufwändig und liebevoll gestaltete Katalog: Wasserreisen, Wassersport, Wasserwerke, Wasser als Frachtweg und Lebensspender, aber auch als Bedrohung bei Hochwasser.

Im Oktober wird die schwimmende Ausstellung, die von den Stadtwerken Düsseldorf gespornsert wird, schließen – leider.

 

<b>Wasser-Fälle an Rhein und Maas

– geöffnet bis 13. Oktober, Samstag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 21 Uhr.

Tageskarten für Erwachsene 7 Euro, Familienkarte 9 und 15 Euro, Katalog 19,90 Euro (lohnt sich!)

Anfahrt PKW: durch den Rheintunnel Ausfahrt Landtag/ Rheinturm. S-Bahn oder Bahn: Hauptbnbahnhof, Straßenbahn Linie 709 bis Apollo-Varietée. Die "Sommerlinie" der Rheinbahn (Bus 720) pendelt täglich ab 11.28 Uhr zwischen Altstadt und Medienhafen, also auch zwischen Schiffahrtsmuseum am Schlossturm und den "Wasser-Fällen". Informationen über Führungen und Ermäßigungen: telefonisch 0211/ 972 1361

 


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